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22.08.2025

Eiche, Kirsche, Maulbeerbaum – Die Baumpflanz-Challenge im Bistum

Für das Video, das das Pflanzen eines Maulbeerbaums dokumentiert, hatten die Elbersrother Minis extra ihre Dienstgewänder angezogen. Foto: Armin Drechsler

Eichstätt - Sie sind ein Phänomen des Social-Media-Zeitalters, die Challenges im Netz. Wer erinnert sich nicht an den Wettbewerb, bei dem sich weltweit Menschen einen Eimer voll Eiswasser über den Kopf kippten? Das Prinzip sieht vor, dass man ein Video hochlädt und drei weitere Personen oder Gruppen zur Nachahmung nominiert. Viele Challenges sind lustig, bei manchen handelt es sich um fragwürdige, gar gefährliche Mutproben. Überhaupt nichts auszusetzen gibt es dagegen an der Baumpflanz-Challenge, die gerade von Flensburg bis Berchtesgaden der Hit ist und Ehrenamtliche jeder Art und jeden Alters miteinander vernetzt: Feuerwehren, Gemeinderäte, Fußballclubs und natürlich auch viele kirchliche Vereine und Gruppen. Im Bistum Eichstätt tut sich schon seit Wochen allerhand.  

Manche legten sich gleich mehrfach ins Zeug, wie etwa BDKJ-Diözesanvorsitzende Ann-Kathrin Baierl. Sie griff nicht nur mit ihrer Pleinfelder Feuerwehrtruppe zum Spaten, sondern pflanzte auch mit Ministrantinnen und Ministranten, stellvertretend für den Pfarrverband,  einen Kirschbaum auf eine Wiese vor dem Pfarrheim St. Nikolaus. „Da passt er gut hin“, findet Pfarrer Ottmar Breitenhuber und ist zuversichtlich, dass die Minis sich auch künftig um das Bäumchen kümmern. Das Ganze sei ein sinnvolles Projekt, das an den Schöpfungsgedanken anknüpfe, lobt der Pfarrer. Dass durch seine Gemeinde  die Challenge rollte, „hab’ ich natürlich mitgekriegt“, erzählt Breitenhuber, auch wenn er selbst in Sachen Social-Media-Trends „eher a bisserl draußen“ sei. Was den Kanal seines Pfarrverbands angeht, beobachtet er jedoch, „dass da sehr viel läuft, dass Sachen wie Kinderkirche und Familiengottesdienste positiv beworben werden“. Man erreiche damit Jugendliche und junge Familien, die den klassischen Pfarrbrief gar nicht nutzten.

 

Was sagt die Bibel über Bäume?

Der Pfarrverband Pleinfeld nominierte nach getaner Baumpflanz-Arbeit nicht nur den Nachbar-Pfarrverband Weißenburg, sondern erteilte den Auftrag auch an die ehemalige Gemeindeassistentin Miriam Schuster, die jetzt in der Pfarrei Ingolstadt/Herz Jesu arbeitet, und an den früheren Kaplan Armin Drechsler, jetzt Pfarrei Elbersroth. „Wir waren gerade im Zeltlager“, erzählt der 27-jährige Geistliche, „deshalb bekamen wir kulanterweise fünf Werktage Zeit“. Die Brotzeit für die Pleinfelder, die bei Nichteinhalten dieser Frist fällig geworden wäre, blieb Elbersroth jedenfalls erspart. Für das erforderliche Beweis-Video zog Drechsler mit seinen Minis in den Pfarrwald und legte auf dem Weg dorthin eine musikalisch untermalte und choreographisch blitzsaubere Performance hin. „Wir haben extra einen biblischen Baum gewählt, einen Maulbeerbaum“, erzählt der Kaplan und Dekanatsjugendseelsorger und zitiert gleich die entsprechende Stelle.

Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanz dich ins Meer! und er würde euch gehorchen. Lk 17,6

Einen biblischen Touch bekam die Baumpflanz-Challenge auch in der Pfarrei St. Laurentius Denkendorf, wo Ministrantenbeauftragte Sonja Meyer mit einigen ihrer Schützlinge und mit Unterstützung durch Kirchenpfleger Franz Beringer eine Eiche ins Pfarrholz pflanzte. Zuvor hatten sie gemeinsam im Alten und Neuen Testament nach Stellen gesucht, in denen von dieser Baumart die Rede ist und die entsprechenden Passagen herausgeschrieben. Die Nominierung zur Challenge war vom örtlichen Gartenbauverein gekommen. Kein Wunder, meint Gemeindefererentin Katharina Klein, „ganz viele Gartenbauvereins-Mitglieder sind Eltern von Minis. Und schon springt’s in die Kirche!“

Text: Gabi Gess
 

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